Wie
die Galoppstraße zu ihrem Namen kam
Schweine
waren schneller als das Edelblut
Zu den Brünninghauser Schloßherren gehörte auch der berühmte „Tolle
Bomberg“, Veranstalter des legendären Wettrennens zwischen Schweinen und einem Pferd.
Der
Kupferstich zeigt das Schloß um
das Jahr 1750.
Es war bei einer Hauptversammlung
des westfälischen Bauernvereins. Höhepunkt dieser Veranstaltung sollte die
Vorstellung eines Rassepferdes „Westfälisches Edelblut“ sein. Nahe der
alten Rennbahn am heutigen Rombergpark hatte man mit Riesenaufwand
Stallungen aufgebaut. Das Pferd sollte dem Wappentier der Westfalen alle
Ehre machen. Es war allerdings ein Fehler der Veranstalter, auch den Baron von
Romberg zu dieser Superschau einzuladen. Als nämlich die Kommission am Vorabend
die Stallungen besichtigte, fand man in der Box des Barons lauter Schweine. Die
Herren Beschauer waren entsetzt, und trotz der heftigen Proteste des Barons
wurden die Tiere an die Luft gesetzt. Der Baron: „Das ist mein
Edelblut“. Tatsächlich handelte es sich um die besten Schweine der
Zeit.
Im Haus Reichsmark bei Hohensyburg fand ein Abendessen statt.
Irgendwann nach reichlichem Alkoholkonsum ließ der Baron die Katze aus
dem Sack: Seine „Edelblüter“ und das westfälische Edelblut
in ein Wettrennen zu schicken. Bomberg: „Das Schwein ist seit
Jahrtausenden in Westfalen gezüchtet worden. Eigentlich müßte es statt des
Pferdes ins Landeswappen aufgenommen werden.“
Von Romberg hatte seine seine Schweine Wochen zuvor systematisch präpariert. An
der Försterei im Lücklemberger Wald wurden Stallungen gebaut, in denen die
Tiere lebten. Doch zum Fressen wurden sie durch das Olpketal
und die spätere so genannte Galoppstraße zum Schloß getrieben. Nach
einiger Zeit fanden die Schweine den Weg ganz allein. -
Beim Wettrennen war dies von Vorteil. Außerdem ließ der Baron die Tiere
zwei Tage zuvor hungern. Entsprechend drängte es sie zu den Trögen im Schloß.
Der Jockey - aus adligem Haus stammend - hatte auf solche intensiven
Vorbereitungen verzichtet.
Das Rassepferd unterlag im
Kampf mit den Schweinen. Das schnellste Schwein
- „Meier II“ genannt - gewann haushoch. -
Der edle Gaul kam sogar erst als Siebter ans Ziel. Fünf andere Schweine
des Barons lagen noch vor.