Tiedemann von Lemberg schrieb internationale
Finanzgeschichte
Die
Hansestadt
Dortmund
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Kogge Dortmund war bereits Hansestadt als die Lübecker Hanse noch gar nicht gab. Im frühen Mittelalter schlossen sich Kaufleute, Handwerker und Händler zusammen, um gegen die ständigen Überfälle und Plünderungen auf ihren Handelswegen zu verhindern. Dortmund galt als Vorort für alle Städte und Gemeinden in ganz Westfalen, die Handel trieben. Die Dortmunder spezialisierten sich für das heutige Russland und die baltischen Länder. Als schließlich die eigentliche Hanse in Lübeck gegründet wurde, waren die Reichsstädter dabei. Die Kogge war das Symbol für die Hansestädte. |
Dieser
Westfale war ein Kaufmann, für den keine bis dahin gängige Schablone passte.
Weder behäbig, bieder noch sonderlich bedachtsam, bereicherte er die Palette
hanseatischer Kaufmannscharaktere um eine neue, antihansische Spielart: den
Spekulanten, den Draufgänger. Sein Mut zu waghalsigen finanziellen
Transaktionen brachte ihn ebenso oft auch in Gegensatz zu seinen Landsleuten,
die ihn sein Talent neiden mochten, immer wieder neue Geldquellen erschließen
zu können, während sie selbst ständig mit Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen
hatten.
Zu jener
Zeit am Ende des 13. Jahrhunderts gab es in der Streusiedlung Lemberg drei Höfe:
Den Schultenhof, den Krambergskotten und den Seepenhof. Von welchem Hof die
Familie Lemberg stammte ist ungewiß, es liegen keine Hinweise vor. Vermutlich
ist es der Schultenhof.
1310 wurde Tidemann geboren. Schon als junger Mann erkannte er die
Chancen, die sich aus diesem Handel vornehmlich mit baltischen Staaten ergaben.
Schon mit 30 Jahren gehörte Tiedemann zu den führenden deutschen und
internationalen Kaufleuten. Seine umfangreichen Finanzgeschäfte vor allem mit
der englischen Krone sprengten alles, was die ehrbaren Hansekaufleute erleben
konnten. Englands König, Eduard III., war einer größten Prasser und
Schnorrer, die je gelebt haben. Lemberg verschaffte dem König alle Geldmittel,
die der Engländer brauchte.
In den Jahren 1345 bis 1349 hielt Lemberg ein wertvolles Pfandobjekt in
seinen Händen: Die englische Königskrone.
Im Laufe der Zeit erhielt der Dortmunder auch die Schürfrechte für den
gesamten Abbau und Handel mit dem in ganz Europa begehrten Zink. Hier hatte
Lemberg das absolute Monopol. Und ganz nebenbei kontrollierte Lemberg
nahezu den gesamten englischen Export.
Tiedemann von Lemberg starb 1386 als reicher, kunstliebender Kaufmann und
Mäzen in der Hansestadt Köln. Die Dortmunder Kaufleute hatten ihn aus der
Stadt geekelt. Ein christlicher Kaufmann - so die Hansemitglieder - dürfe mit
allem Möglichen handeln nur nicht
mit Geld. Daraufhin siedelte Lemberg in die Domstadt über, deren Magistrat weit
weniger fundamentalistisch eingestellt war.